England

Dialekte in England

Von Scouse, Brummie und anderen Varietäten

Natürlich gibt es nicht nur in Deutschland Dialekte. Auch die Engländer haben eine Vielzahl an „accents“, die wir uns mal etwas genauer ansehen wollen.


Englisch gehört zur Indogermanischen Sprachfamilie ebenso wie das Deutsche. Ähnlich wie bei uns lassen sich die Dialekte und Akzente nicht immer klar trennen. Die Dialektfamilien auf der Insel werden grob folgendermaßen gegliedert:

Nordenglisch Rutland, Newcastle, Lancashire, Liverpool, Yorkshire, Derbyshire, Birmingham, Black Country, Manchester,  Leicestershire, etc.
Ostenglisch Norfolk, Suffolk, Cambridgeshire, Northamptonshire
Südenglisch London, Berkshire, Kentish, Sussex, Bristol, Somerset, Cornwall, Devon, Oxfordshire, Wiltshire, etc.

Als Hochsprache Englands gilt die Received Pronunciation (RP) auch Queen’s English genannt. Weitere Begriffe hierfür sind Upper Class English, Oxford English und BBC English.
Warum BBC?
Die meisten BBC-Nachrichtenkanäle sprechen die Received Pronunciation und eine zeitlang galt dies auch als Einstellungskriterium für (Nachrichten-)Sprecher.

Hören kann man RP vor allem in London und im Süden Englands. Die Vokale und Konsonanten werden bei dieser Aussprache stark betont und jedes Wort wird deutlich ausgesprochen. Der Fremdsprachenunterricht orientiert sich übrigens hieran.

ausgewählte Dialekte

Sprachwissenschaftlich gesehen, ist die Aussprache des Vokals „u“ wie im Wort but das wichtigste Unterscheidungskriterium. Im Süden spricht man eher ein kurzes „a“, im Norden hingegen hört man ein kurzes „u“ wie in put. Denn in den nördlichen Dialekten ist das mittelenglische Vokalsystem intakt, während sich im Südosten ein weiterer Kurzvokal etabliert hat und auf die angrenzenden Regionen übergegangen ist.

Scouse

Scouse wurde durch die Beatles bekannt. Die Band machte den Liverpooler Dialekt salonfähig. Ein Merkmal der Aussprache ist die steigende Intonation (Tonhöhe) am Ende des Satzes. In Wörtern wie hook und cook wird ein langes „u“ gesprochen und die Konsonanten „p“, „t“ und „k“ werden stark behaucht und in Endposition oft zu Reibelauten.

Ein Beispiel für den Scouse accent gibts hier.

Cockney

Cockney wird vorwiegend im Londoner East End gesprochen, hat viele Knacklaute und doppelte Verneinungen und ist der bekannteste Dialekt der Engländer. Vokale werden bei diesem Dialekt anders ausgesprochen, wie bspw. das lange „a“ in dance, das früher kurz war und das lange „i“ in by, das eher wie „oi“ klingt.

Die Cockneys schwächen das „r“ ab, wie in car und lassen das „g“ in der Endung -ing entfallen. Checking wird also zu checkin‘.
In news wird statt „[ju]“ ein „[u]“ gesprochen, also „nuus“ sozusagen. Das kennen wir auch aus dem Amerikanischen, wie bei der Aussprache von New York.
Das „t“ in zentraler Position wie in bottle entfällt durch die Artikulation des „glottal stop“ (Verschluss des Kehlkopfes). Das ist der erwähnte Knacklaut.

Reinhören könnt ihr hier.

Cockneys sind auch dafür bekannt, dass sie umgangssprachlich reimen. Hier ein Auszug.

Mancunian

Diesen Dialekt spricht man in und um Manchester.
Vokale und starke Konsonanten werden hier anders ausgesprochen. Die Konsonantenverbindung „ng“ wird betont gesprochen, sowohl im Wortinneren – wie bei Nottingham – als auch am Wortende – wie bei ring.
Markant ist außerdem das kurze „i“ in city oder query.

Eine Kostprobe gibts hier.

Brummie

Der Dialekt in Birmingham heißt Brummie. Er ist der unbeliebteste bei den Briten. 98% finden diese Aussprache schrecklich. Man glaubt sogar, dass jemand der Brummie spricht, ein bisschen dümmlich sei.
Das liegt wohl u.a. an der Intonation. Diese irritiert die Nicht-Brummie-Sprecher, weil sie am Ende des Satzes immer abflacht, sodass sich der Satz verliert.
Weitere Merkmale sind ein lang gesprochenes „i“ am Ende von Wörtern wie city – also das Gegenteil vom Mancunian Dialekt, der Wegfall des „g“ wie bei eating (eatin‘) und das Fehlen des Buchstaben „h“ bspw. bei hill. Das wird dann „ill“ gesprochen.
Im Kontrast zum Londoner Dialekt stehen dann auch die Aussprache von „a“ in dance als „æ“ und das Fehlen von glottal stops.

Um etwas Brummie zu hören, klickt hier.

Welchen Dialekt findet ihr denn am besten?

(akp)

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