Der Eine Ring von "Der Herr der Ringe"

J.R.R. Tolkien – Meister der Sprachen und der Fiktion

Tolkien ist mittlerweile wohl jedem ein Begriff. Doch er ist mehr, als ein genialer Schriftsteller und der Begründer des Fantasy-Genres. Tolkien liebt Sprache und will ihren Zauber verbreiten.

John Ronald Reuel Tolkien wurde 1892 in Südafrika als Sohn deutschstämmiger Engländer geboren und starb 1973 in England. Er war Literaturwissenschaftler, leidenschaftlicher Sprachwissenschaftler und Schriftsteller.

Schon früh entdeckt Tolkien seine Leidenschaft für Sprache, Sprachgeschichte und Sprachentwicklung, ebenso wie für Mythen und Märchen. Er beschließt, die „Classics“ Latein und Altgriechisch zu studieren, aber einzig das Fach „Vergleichende Sprachwissenschaft“ bereitet ihm dabei Freude. Nach der Zwischenprüfung wechselt er zum Studium der englischen Sprache und Literatur. Tolkien absolviert die Universität mit Auszeichnung, leistet Kriegsdienst und arbeitet dann am Oxford English Dictionary mit. Seine weitere berufliche Laufbahn verbringt er zunächst als Lehrer und schließlich als Universitätsprofessor.

Bereits in seiner Jugend beginnt J.R.R. Tolkien damit, sich selbst Fremdsprachen beizubringen. Sein persönliches Interesse in Verbindung mit den Studieninhalten führt dazu, dass er schließlich unzählige Sprachen beherrscht, wie beispielsweise Alt- und Mittelenglisch, Finnisch, Gotisch, Walisisch, Griechisch, Italienisch, Spanisch, Altnordisch oder auch Isländisch.

Aus seiner Faszination entwickelt Tolkien das Hobby, eigene Sprachen zu erfinden. Inspiriert durch zwei Zeilen eines religiösen Gedichts Cynewulfs über Earendel und Mittelerde schreibt er schließlich, die als Kinderbuch gedachte, Erzählung The Hobbit or There and Back Again, die 1937 veröffentlicht wird. Aufgrund des riesigen Erfolgs bittet ihn der Verlag um eine Fortsetzung, woraufhin Tolkien zwölf Jahre lang an The Lord of the Rings arbeitet. Aus Kostengründen wird das sechsteilige Werk in drei Bänden herausgegeben, die 1954 und 1955 erscheinen.

Mit seiner Saga hat J.R.R. Tolkien nicht nur das Genre Fantasy geschaffen, er hat auch die fiktionalen Sprachen begründet. Anhand seiner Werke wird deutlich, dass eine Fantasiewelt umso authentischer und stimmiger wirkt, wenn die Figuren eine eigene Sprache sprechen. Das Erstaunliche dabei ist, dass Tolkien zuerst einmal die Sprachen kreiert und Namen und Orte erdacht hat. Um sie zu präsentieren, hat er auf dieser Grundlage seine Fantasiewelt mit ihren ProtagonistInnen erschaffen.

Auf der nächsten Seite bekommt ihr einen kleinen Einblick in die Elbensprachen Tolkiens.
Vorher möchte ich euch aber noch ein großartiges Video zeigen. In dieser lesson von TEDEd schafft es der Sprachwissenschaftler John McWhorter in nur fünf Minuten viel Wissen über konstruierte Sprachen, Sprache an sich und Tolkien und das Elbische zu vermitteln. Viel Spaß!

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2 Gedanken zu “J.R.R. Tolkien – Meister der Sprachen und der Fiktion

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