Gender Symbol "Questioning" By MarcusWerthmann (Own work) [CC BY-SA 3.0]

Wie geht gendergerechtes Schreiben?

Eine Einführung in die unterschiedlichen Techniken

Im Sinne der Gleichberechtigung bzw. -behandlung ist es heute verbreitet, das generische Maskulinum (also die männliche Form, die für alle Geschlechter steht) möglichst zu vermeiden.

Diskussionen zur konkreten Form und zum Sinn der Sache werden heiß geführt. Befürworter als auch Gegner bringen teils stichhaltige, teils weniger stichhaltige Argumente hervor. Im Folgenden stellt euch Sprachalltag einige Techniken vor, mit denen gendergerecht geschrieben werden kann.

1. Dopplung

Bei dieser Version wird nicht von “Lehrern” oder “Politikern” gesprochen, sondern immer von “Lehrerinnen und Lehrern” bzw. von “Politikern und Politikerinnen”.

Vorteil:
Die Ausdrucksweise ist formal korrekt und beachtet die Gleichbehandlung.

Nachteil:
Gerade bei langen Texten passiert es, dass man „hyperkorrigiert“. Was das ist? “Behörden und Behördinnen” zu schreiben, zum Beispiel.

Beispiel für Hyperkorrektur

Hyperkorrektur in der Praxis

2. Das Wechselmodell

Bei dieser Variante wird beliebig zwischen femininen und maskulinen Formen gesprungen.

Vorteil:
Beide Geschlechter werden – im Idealfall – zu gleichen Teilen repräsentiert.

Nachteil:
Wenn doch mal explizit die eine oder andere Gruppe adressiert werden soll, wird die Sache sehr kompliziert.

3.Das Binnen-I

Diese Technik ist weit verbreitet. Hier schriebe man “LehrerInnen”,“PolitikerInnen”, AutofahrerInnen etc.

Vorteil:
Beide Geschlechter werden in einem Begriff repräsentiert.

Nachteil:
Die Form ist nach den gültigen Rechtschreibregeln eigentlich unmöglich, weil es innerhalb eines Wortes keine Großbuchstaben gibt. Sie lässt sich schlecht beugen und noch schlechter lesen, etwa im Singular bei “der/die aktive LehrerIn”.

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2 Gedanken zu “Wie geht gendergerechtes Schreiben?

  1. Julia schreibt:

    Hallo Sprachalltag-Team,

    ich bin gerade auf eure Seite gestoßen als neue Kursteilnehmerin von Mario. Ich bin selbst Sprachwissenschaftlerin und finde die Seite großartig. Besonders die Kategorie Gender & Sprache hat mir gefallen.

    Liebe Grüße

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