Apostrophitis

Apostrophitis

Kennt ihr Apostrophitis?

Eine schlimme Krankheit, die scheinbar immer mehr Menschen heimsucht ist die Apostrophitis, das willkürliche Anfügen von Apostrophen an Wörter.

Um der Krankheit Einhalt zu gebieten, gebe ich einen Überblick über die richtige Nutzung dieses Zeichens.

Was ist ein Apostroph?

Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Vertreibung“, „Verdrängung“ und sagt damit schon alles über seine Aufgabe aus. Es wird ein Laut (manchmal auch mehrere Laute) verdrängt.

Wann darf kein Apostroph gesetzt werden?

Zur Kenntlichmachung des Genitivs (Fragewort: Wessen?) braucht es kein Apostroph, es reicht allein das angehängte -s:

Mamas Liebling

Großvaters Sammlung

Goethes Faust

Kaisers neue Kleider

Auch beim Plural-s geht es ohne Apostroph und manche Abkürzungen, die im Plural stehen, brauchen oftmals nicht einmal das -s. Bei femininen Abkürzungen sollte im Plural nur dann ein -s angefügt werden, wenn eine Verwechselung mit dem Singular möglich ist:

Drei Akkus

Zwei Loks

Viele Babys

die CDs / DVDs (feminine Abkürzung mit Plural-s, ohne Apostroph)

Viele LKW / viele PKW (Ein Plural-s ist nicht nötig, da der Plural schließlich nicht die Lastkraftwagens sondern die Lastkraftwagen lautet.)

Wörter die auf -s enden, werden ebenfalls nicht apostrophiert:

Nirgends

Stets

Bereits

Nichts

Gleiches gilt bei Kürzungen von Wörtern wie heran, herauf, herein, herunter:

Ran an die Buletten!

Rauf aufs Pferd.

Immer rein in die gute Stube.

Runter vom Platz!

Auf die Verwendung des Zeichens kann beim Zusammenziehen von Präposition (in, unter, auf,…) und bestimmtem Artikel (der, die, das) ebenfalls verzichtet werden:

Ins Haus

Unters Bett

Aufs Dach

Vors Tor

Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, wo man Apostrophe setzen darf.

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